Lübeck, 25.10.2019
Streicherfest mit öffentlichem Meisterkurs und Festkonzert
Unter dem Motto „Streicherfest“ lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) von Sams-tag, 16. bis Donnerstag, 21. November zu öffentlichen Meisterkursen mit den renommierten Gastprofessoren Gerhard Schulz (Violine) und David Geringas (Violoncello) ein. Sie unterrichten die Streicherklassen der MHL und geben zusammen mit den Kursteilnehmern am Donnerstag 21. November um 19.30 Uhr im Großen Saal ein Fest-konzert mit Kammermusik aus drei Jahrhunderten.
Im sechstägigen Streicherkurs arbeiten Gerhard Schulz und David Geringas mit den Studierenden an Interpretation und Technik selbstgewählter Werke. Dabei kann man ihnen täglich ab 10 Uhr über die Schulter schauen. Im festlichen Abschlusskonzert am Donnerstag, 21. November um 19.30 Uhr sind die beiden Pädagogen dann auch als Interpreten und Dirigenten zu erleben: Kompositionen von Mozart, Brahms, Lanner, Šenderovas und Boulez vom Streichsextett bis zum 20-köpfigen Streichorchester stehen auf dem Programm. Es beginnt mit dem Ensemblestück „Messagesquisse“ für Solocello und sechs Tutticelli, eines der zwölf berühmten zeitgenössischen Cellowerke zum 70. Geburtstag des Musikmäzens Paul Sacher. Sechs Cellisten sind in dem brillanten Stück unter Leitung von David Geringas zu-gleich Klangbett und Dialogpartner für den hochvirtuosen Solopart. Erwähnenswert ist, dass vor genau 30 Jahren David Geringas dieses Stück mit seiner Lübecker Celloklasse auf CD eingespielt hat, zu der damals auch Troels Svane gehörte, nun selber MHL-Professor für Violoncello. Er übernimmt heute den Solopart. Die CD, die das Projekt „12 Hommages à Paul Sacher“ dokumentiert, wird beim Konzert erhältlich sein. Weiterhin ist das 2009 entstandene, elegische „Post scriptum“ für Streichorchester des in diesem Jahr verstorbenen litauischen Komponisten Anatolijus Šenderovas zu hören. Zwischen zwei Italienreisen komponierte der junge Mozart sein Divertimento in B-Dur. Strittig ob der österreichische Komponist die Komposition für Streichquartett oder ein ganzes Streichorchester schrieb, ist das frühe Werk an diesem Abend in voller Besetzung für Streichorchester zu hören. Der Komponist und Violinvirtuose Joseph Lanner, Begründer des Wiener Walzers, schuf geistreiche Stücke, die er originell und hinreißend instrumentierte. Davon zeugen auch die Walzer op. 103 „Die Werber“, die das Streichorchester unter Leitung des Wieners Gerhard Schulz vorstellt. Abschließend ist das G-Dur Streichsextett von Brahms zu hören, das dem Komponisten neben dem Deutschen Requiem zum ersehnten Durchbruch verhalf. Die fein abgestuften Klänge in typischen „Brahms-Klangfarben“ stellt eine hochkarätige Besetzung mit den Gastprofessoren und Dozierenden der MHL vor, dabei ist erstmals die neue Professorin für Bratsche Pauline Sachse auf der Bühne zu erleben. Es spielen außerdem Daniel Sepec und Gerhard Schulz (Violinen), Lena Eckels (Viola), David Geringas und Troels Svane (Violoncello).
Der öffentliche Unterricht von Gerhard Schulz (Samstag bis Donnerstag jeweils 10 bis 13 Uhr und Sonntag 11 bis 14 Uhr) und David Geringas (Montag bis Donnerstag 10 bis 14 Uhr) findet in Raum 18 und im Kammermusiksaal statt. Der Eintritt zum Unterricht ist frei. Karten für das Festkonzert sind für 14 Euro und 19 Euro (ermäßigt 8 Euro und 12 Euro) in allen, dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen oder online unter www.luebeck-ticket.de erhältlich.
Restkarten gibt es eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse.
Über Gerhard Schulz:
Gerhard Schulz wurde 1951 als viertes Kind einer Musikerfamilie in Linz an der Donau geboren. Er studierte bei Franz Samohyl in Wien, bei Sándor Végh in Düsseldorf und bei Shmuel Ashkenasi in den USA. Er war Gründungsmitglied des Salzburger Streichtrios, des Schulz-Ensembles und Erster Geiger des Düsseldorfer Streichquartetts. Als Mitglied des weltberühmten Alban Berg Quartetts, das für seine Einspielungen mit unzähligen Preisen ausgezeichnet wurde, konzertierte er über 30 Jahre lang in den bedeutendsten Musikzentren der Welt. Nachdem das Alban Berg Quartett seine Konzerttätigkeit im Sommer 2008 beendete, gründete Schulz das Klavierquartett „Waldstein Ensemble“. Im November 2009 debütierte er als Dirigent mit dem Copenhagen Philharmonic Orchestra und genießt nach wie vor gleichermaßen das Musizieren auf dem Podium und die Arbeit mit seinen Studierenden. Nach Stationen in Köln und Stuttgart war Schulz bis vor kurzem Violinprofessor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Über David Geringas:
David Geringas, in Vilnius/Litauen geborener Cellist und Dirigent, zählt zu den renommiertesten Musikern der Gegenwart, der mit seinem ungewöhnlich breiten Repertoire und seiner stilistischen Vielseitigkeit weltweit Auszeichnungen einheimste. Der Rostropovich Schüler blickt auf eine jahrzehntelange Karriere zurück und errang 1970 mit der Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb eine der höchsten Auszeichnungen der Musikwelt. Geringas musizierte weltweit mit bedeutenden Orchestern und großen Dirigenten unserer Zeit. Seine annähernd hundert CDs umfassende Diskographie enthält zahlreiche mit Schallplattenpreisen ausgezeichnete Aufnahmen. Namhafte zeitgenössische Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Peteris Vasks und Erkki-Sven Tüür haben David Geringas Cello-Konzerte gewidmet. Viele Werke der russischen und litauischen Avantgarde führte er als erster Musiker im Westen auf. Im Februar 2009 gab er sein Debüt als Dirigent mit den Moskauer Philharmonikern. David Geringas war Professor an den Musikhoch-schulen Hamburg (1977 bis 1986), Lübeck (1980 bis 2000) und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin (2000 bis 2009).
Lübeck, 25.10.2019
„Aufbrüche“ mit Uraufführungen für Harfe
Zum 25. Konzert der experimentellen Reihe „Aufbrüche“ lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Donnerstag, 21. November ins Buddenbrookhaus ein. Ab 19.30 Uhr stellen Studierende der Lübecker Harfenklasse neue Werke der Kompositionsstudierenden der MHL vor, darunter vier Uraufführungen.
Zum 25. Mal sind Studierende der MHL mit einem experimentellen Konzert der Reihe „Aufbrüche“ im Buddenbrookhaus zu Gast. Diesmal erklingen Stücke, die fünf Studierende der Kompositionsklasse von Professor Dieter Mack geschrieben haben. Vier davon sind speziell für dieses Konzert entstanden und werden unter anderem von den Harfenstudierenden Jara Elena Egen, Franziska Götz und Cecilia Pacheco aus der Klasse von Professorin Gesine Dreyer uraufgeführt. Von der Komposition „Erinnerungen an die Postflasche“ für Harfe und Gitarre von Xiaoxi Tee geht es im ersten Teil über das Trio „Mark“ für Flöte, Klarinette und Harfe, in dem Katharina Roth sich mit äußeren und inneren Grenzen beschäftigt, hin zu Samuel Walthers „Sim“ für Harfe und Synthesizer, das von der Literatur des Cyberpunks inspiriert ist. Die Harfe interagiert hier wie ein Simultandolmetscher und übersetzt den schematischen Code des Synthesizers in klangvolle Gesten. Außerdem präsentieren die jungen Mu-siker „Wandlung“ für Harfe und Violoncello von Benjamin Janisch, diesjähriger Gewinner des DAAD-Preises. Weiterhin ist „Yphantra“ für zwei Harfen von Panagiotis Botzios zu hören, auf Griechisch „Weberin“. Der junge Komponist orientierte sich dabei an rhythmischen Prozessen, wie sie auch bei der Arbeit am Webstuhl wirksam sind. „Die Harfenstudierenden profitieren durch den direkten Austausch mit den Komponisten. Von der Klangidee, über deren Machbarkeit bis hin zur Notation begleiten sie den Entstehungsprozess eines Werkes“, erläutert Gesine Dreyer. Weiterhin erklingen Solostücke für Harfe vom italienischen Komponisten Nino Rota, der vor allem durch seine Filmmusik bekannt wurde, Variationen von Louis Spohr sowie „Le Jardin Mouillé“ des Franzosen Jacques de la Presle, ein romantisch-virtuoses Paradestück für Harfe.
„Es ist kein alltäglicher Konzertraum, es gibt keine geordneten Sitzreihen, keine Bühne, kein Vorne, kein Unten. Der Raum bietet uns die Möglichkeit, Musik in Zwischenräumen zu gestalten. Dass wir gemeinsam aufbrechen wollen, hat der Reihe ihren Namen gegeben“, so MHL-Präsident Professor Rico Gubler. Es ist das 25. Konzert einer Erfolgsreihe, die immer wieder am Experiment interessiertes Publikum anzieht. Ein ehemaliger Verkaufsraum mit großem Schaufenster und ein paar Stühle, mehr gibt es in der Mengstraße vier nicht, die das Buddenbrookhaus der MHL regelmäßig für ihre Reihe „Aufbrüche“ zur Verfügung stellt, bis dort der geplante Erweiterungsbau beginnt. Für die Studierenden sind diese im Vergleich zu den Konzertsälen der MHL kargen Gegebenheiten eine Herausforderung und eine Experimentierbühne zugleich.
Karten für „Aufbrüche XXV“ sind für 4 Euro ausschließlich an der Abendkasse erhältlich.
Lübeck, 25.10.2019
Lübecker Kammerorchester begleitet jungen MHL-Hornisten
Das Lübecker Kammerorchester (LKO) ist am Samstag, 16. November zu Gast im Großen Saal der Musikhochschule Lübeck (MHL). Unter Leitung von Bruno Merse erklingen ab 19.30 Uhr Werke von Strauss, Weber und Bruckner. Hornsolist ist der MHL-Student Sten Erik Prée.
Das Sinfoniekonzert setzt die Kooperation zwischen MHL und LKO fort, bei der das Orchester junge MHL-Solisten verschiedener Fächer begleitet. Der 19-jährige Hornist Sten Erik Prée aus der Klasse von Professor Christoph Eß hat sich seinen Solopart im Hornkonzert von Richard Strauss zunächst in einem MHL-internen Wettbewerb erspielt. Obwohl Strauss sein erstes Hornkonzert in Es-Dur direkt nach seinem Abitur schrieb, zeigt sich darin bereits seine Stil- und Formsicherheit. Er widmete das Konzert seinem Vater Franz, der als erster Hornist des Hoforchesters München spielte und komponierte hier mit drei Oktaven Umfang einen der anspruchsvollsten Soloparts des 19. Jahrhunderts. Dieser Herausforderung stellt sich Prée, der als Schüler Jungstudent an der Musikhochschule in Stuttgart und Gewinner des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ war. Weiterhin erklingt die Oberon-Ouvertüre aus der gleichnamigen Oper, die Carl Maria von Weber 1826 kurz vor seinem Tod als Auftragswerk der Königlichen Oper in London komponierte. Mit großer Instrumentierungskunst setzt er die verschiedenen Handlungsebenen der realen und der Elfenwelt musikalisch in Szene. Anton Bruckner verband in seinen Sinfonien die traditionellen Klänge der Kirchenmusik mit den neuartigen Klängen Wagners und erschuf damit ein vollkommen neues Hörerlebnis. Die siebte Sinfonie wurde Bruckners erster großer Erfolg. Als er im Februar 1883 am Adagio arbeitete, erreichte ihn die Nachricht vom Tod Wagners. Den Abgesang des zweiten Satzes schrieb er als Klage auf den Tod seines großen Vorbildes. An die jüngste Tochter Wagners schrieb Bruckner: „Trauer-Musik, die ich zum Andenken meines unerreichbaren Ideals in jener so bitteren Trauerzeit schrieb.“
Das Lübecker Kammerorchester unter Leitung von Dirigent Bruno Merse wurde 1996 gegründet und konzertiert zum wiederholten Mal in Kooperation mit der MHL.
Karten sind für 14 Euro und 19 Euro (ermäßigt 8 Euro und 12 Euro) in allen, dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich.
Restkarten gibt es ab 18.30 Uhr an der Abendkasse.
Lübeck, 25.10.2019
Schlagabtausch beim Kiwanis-Preisträgerkonzert
Am Freitag, 15. November lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) zum 27. Kiwanis-Preisträgerkonzert ein. Die MHL-Studierenden Coralie Common und Holger Roese stellen sich ab 20 Uhr mit einem facettenreichen Programm für Schlagwerk aus verschiedenen Epochen im Kammermusiksaal vor.
Coralie Common stellt eine gekürzte Fassung von „She Who Sleeps With A Small Blanket“ vor. Das Werk des irischen Komponisten Kevin Volans besticht mit seiner spieltechnischen und klanglichen Virtuosität. Obwohl die Instrumentation vom Komponisten bewusst auf einige Bongos, Congas und eine Bass Drum limitiert ist, wird aus diesem kleinen Set-Up eine enorme Klangdichte und Klangtiefe erzeugt. Die 20-Jährige war Vorstudentin an der MHL und studiert seit 2017 in der Klasse von Professor Johannes Fischer. Weiterhin ist die junge Musikerin, die sowohl solistisch als auch kammermusikalisch Erfahrungen und Auszeichnungen vorweisen kann, im Duo „Table Talk“ von Alyssa Weinberg für präpariertes Vibraphon zu hören, das sie gemeinsam mit Holger Roese interpretiert. Der 25-jährige Roese studiert seit 2015 an der MHL Schlagzeug und ist der zweite Kiwanis-Preisträger, der sich an diesem Abend vorstellt. Solistische und kammermusikalische Erfahrungen konnte er in Italien, Frankreich, der Schweiz, in China und Brasilien sammeln. Das Konzert zeigt das große Ausdrucksspektrum der Perkussionsinstrumente, die Klangkörper, Interpreten, und Publikum gleichermaßen in Schwingung versetzen.
Der in diesem Jahr mit je 1.250 Euro dotierte Förderpreis wird den jungen Künstlern von Johannes Spahn, Präsident des Kiwanis Clubs Lübeck-Hanse überreicht. Seit 1993 hat der Kiwanis-Club Lübeck-Hanse e.V. 66.500 Euro Fördergelder an MHL-Studierende vergeben. Die Bewegung der Kiwanis Clubs entstand 1915 in Detroit. Sie fördern Kultur und Bildung, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Mittlerweile zählt die Non-Profit Serviceorganisation weltweit mehr als 600.000 Mitglieder, die in rund 15.000 Clubs organisiert sind.
Karten sind für 10 Euro (keine Ermäßigung) bei allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen und online unter www.luebeck-ticket.de erhältlich.
Restkarten gibt es ab 19 Uhr an der Abendkasse.
Lübeck, 25.10.2019
56. Wettbewerb um den Possehl-Musikpreis
Zum 56. Wettbewerb um den Possehl-Musikpreis lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Mittwoch, 13. und Donnerstag 14. November ein. An beiden Tagen bietet der Wettbewerb ab 9 Uhr im Großen Saal die Möglichkeit, den aktuell besten Studierenden im musikalischen Wettstreit zu lauschen.
In zwei Runden treten im Wettbewerb um den Possehl-Musikpreis, der zum 56. Mal ausgetragen wird, die besten Studierenden der MHL gegeneinander an. Vierzehn Studierende der Fächer Streicher, Bläser, Klavier und Harfe präsentieren ihre rund halbstündigen Programme ab 9 Uhr im Großen Saal. Der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, weitere Preise und Förderprämien in der gleichen Höhe können von der Jury vergeben werden. Zu den Juroren gehören in diesem Jahr als Vorsitzender Dr. Ole Krönert (Präsident des Landgerichts Lübeck) und Stefan Vladar (Generalmusikdirektor Theater Lübeck) als Vertreter der Possehl-Stiftung. Als MHL-Professoren sitzen Christoph Flamm, Pauline Sachse, Manuela Uhl und Reiner Wehle in der Jury. Als externe Juroren wirken Professor Gerd Uecker (Vorsitzender des Hochschulrates), Dr. Christian Strehk (Kie-ler Nachrichten) sowie Philipp Cavert (NDR Kultur) mit. Das Finale findet am Donnerstag, 14. November ab 9 Uhr statt. Am gleichen Tag wird bekannt gegeben, wer den Possehl-Musikpreis gewonnen hat.
Der genaue Zeitablauf wird aktuell vor jeder Runde erstellt und im MHL-Schaukasten „An der Obertrave“ ausgehängt. Der Possehl-Musikpreis wird seit 1962 für MHL-Studierende ausgeschrieben. Renommierte Solisten und Ensembles, wie die Klarinettistin Shirley Brill, der Cellist Thomas Grossenbacher und das Artemis-Quartett waren Preisträger des Wettbewerbs. 2018 gewannen ihn das Esmé Quartett und der Oboist Ivan Denisenko.
Der Eintritt zum Wettbewerb ist frei.
Lübeck, 25.10.2019
Stipendiatenkonzert der Marie-Luise-Imbusch Stiftung
Am Freitag, 8. November stellen sich in der Musikhochschule Lübeck (MHL) Stipendiaten der Marie-Luise Imbusch-Stiftung vor. Ab 19 Uhr präsentieren neun junge Musikerinnen und Musiker im Großen Saal Werke aus fünf Jahrhunderten.
Neun der insgesamt 21 Stipendiaten, die die Marie-Luise Imbusch-Stiftung 2019 ausgezeichnet hat, präsentieren ein vielseitiges Programm mit barocken Klängen und Kompositionen von Kreisler, Schostakowitsch, Schumann und Michat. Die vier jungen Künstler des Ensemble Caladrius, die sich bei ihrem Musikstudium in München kennengelernt haben, sind Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs 2019. Für ihre ungewöhnliche Barockbesetzung mit Violine, Theorbe, Barockgitarre, Blockflöte und Cembalo bearbeiten sie auch selbst Stücke, so wie die Suite a-Moll für Cembalo von de La Guerre, die in einer Fassung für Blockflöte, Violine und Basso continuo zu hören ist. Nach den Klängen aus dem 17. Jahrhundert springen Christine Petersen am Saxophon und Jonte Nagel am Klavier, die sich als Duo beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ 2019 einen ersten Bundespreis erspielt haben, musikgeschichtlich 300 Jahre weiter. „Back to Bach“ heißt das Stück des 1971 geborenen Franzosen Jean Denis Michat. Die 18-jährige Klara Bonietzki stellt ihre musikalischen Fähigkeiten mit einem Satz aus Schostakowitschs virtuosem ersten Violinkonzert und Fritz Kreislers von sanften Melodien geprägtem „Grave im Stil von W. F. Bach“ unter Beweis. Musikalisch an-spruchsvoll sind auch die „Märchenbilder op. 113“ für Viola und Klavier von Robert Schumann, interpretiert von den MHL-Studentinnen Carme Cavalleria Giralt an der Viola und Valeria Baden am Klavier. Abschließend präsentiert das Ensemble Caladrius noch einmal ein barockes Werk von Solomon Eccles.
Weiterhin werden die Preisträger des Wettbewerbs um den Musikpädagogikpreis „Neue Konzepte“ ausgezeichnet, der zwei Tage zuvor öffentlich an der MHL ausgetragen wurde. Hans-Jörg Niether, Vorstandsvorsitzender der Marie-Luise Imbusch-Stiftung, wird den jungen Künstlern ihre Preise überreichen.
Der Eintritt zum Stipendiatenkonzert ist frei.
Lübeck, 25.10.2019
„Neue Konzepte“ − Wettbewerb um Musikpädagogik-Preis
Unter dem Motto „Neue Konzepte“ geben Studierende der Musikhochschule Lübeck (MHL) am Mittwoch, 6. November ab 17 Uhr Einblick in ihre musikpädagogische Ausbildung. Sie wetteifern mit einer öffentlichen Präsentation um den mit 3.000 Euro dotierten Musikpädagogik-Preis der Marie-Luise Imbusch-Stiftung.
Drei Finalisten, die eine hochschulinterne Jury ausgewählt hat, wetteifern im Kammermusiksaal öffentlich um den zum vierten Mal von der Marie-Luise Imbusch-Stiftung ausgelobten Preis. Die Bandbreite der Themen ist groß: Michael Knarr hat mit Jugendlichen gearbeitet und das Projekt „Digital Soundscapes“ im Rahmen seiner Masterarbeit evaluiert. Er stellt interessante Erkenntnisse über den Zusammenhang von interkultureller Musikerziehung und Elektro-Beats vor. Tatjana Sandhöfer, Rebecca Letmathe und Maximilian Busch beleuchten die musikpädagogischen Hintergründe ihres Musiktheaterprojekts „Peter Pan“. Maik Hoppe schließlich markiert unter dem Motto „Politik und Werturteil“ ethische Eckpunkte für den Musikunterricht. Dafür hat er die Geschichte der ökonomischen und politischen Verwertung von Musik betrachtet, eine Arbeit, mit der ihm ein intellektueller Parforceritt durch Theodor W. Adornos Schriften gelungen ist. Die Wettbewerbsteilnehmer, die von einer Kommunikationstrainerin auf ihren Bühnenauftritt vorbereitet werden, präsentieren ihre Projekte kurzweilig und interessant aufbereitet in rund zwanzig Minuten. Projektleiter Professor Marno Schulze kündigt an: „Die Unterschiedlichkeit der Bewerbungen spiegelt die Lebendigkeit und Vielfalt unserer musikpädagogischen Ausbildung. Wir dürfen uns auf einen abwechslungsreichen, unterhaltsamen und spannenden Wettbewerb freuen.“ Die Jury besteht bewusst nicht aus internen Fachexperten, sondern aus Schulleitern der Region, in diesem Jahr Dr. Michael Janneck (Johanneum zu Lübeck), Heino Schön (Schule an der Wakenitz) und Alireza Zare (Musikschule Pinneberg).
Die MHL weist mit dem Wettbewerb auf die Bedeutung der musikpädagogischen Ausbildung hin, mit der Musiklehrkräfte an Gymnasien, in Musikschulen oder in freier Tätigkeit auf ihren Beruf vorbereitet werden. Im Vergleich zu künstlerischen Wettbewerben gibt es nur wenige Preise für Musikpädagogik-Studierende. Neben dem „Hochschulwettbewerb Musikpädagogik“, den die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen seit 2010 jährlich auslobt, vergeben die 24 deutschen Musikhochschulen selbst kaum Preise für das Fach.
Im Stipendiatenkonzert der Marie-Luise Imbusch-Stiftung am Freitag, 8. November um 19 Uhr werden im Großen Saal der MHL auch die Preisträger des Musikpädagogikpreises geehrt.
Der Eintritt zum Wettbewerb ist frei.